Der Gesundheitsfond oder Mathematik für Politiker

Seit diesem Wochenende steht fest, was viele seit Jahresbeginn geahnt haben: Der Beitrag für den großartigen Gesundheitsfond wurde bei 15,5% festgenagelt. Herzlichen Glückwunsch an alle Arbeitnehmer in diesem schönen Lande! Für mich bedeutet das 3% mehr Abzüge. Ach nein… als Ausgleich wird ja der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung verringert: Um unglaubliche 0,5%. Na da bin ich aber beruhigt. Damit wird ja der neue KK-Beitrag merklich abgefedert…
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Funktionsweise des Fonds: Der Beitragszahler gibt seiner Krankenkasse das Geld, diese zahlt es dann in den Gesundheitsfond. Hernach wird hingegangen und aus diesem Topf jeder Krankenkasse für jedes Mitglied eine bestimmte Pauschale zugeteilt. Und nirgendwo steht, daß alles Geld aus dem Fond auch wieder verteilt wird. Soll heißen: Statt das Geld dort einzusetzen, wo es benötigt wird, kann die Regierung damit tun, was sie will. Man nennt das auch Zweckentfremdung. Und ich bin sicher, der Zustand des Gesundheitssystems wird sich kein bißchen verbessern…

3 Replies to “Der Gesundheitsfond oder Mathematik für Politiker”

  1. Mit Sicherheit wird es in 1-2 Jahren nicht bei den 15,5% bleiben, da man „feststellt“, dass doch mehr an Geld benötigt wird. Sei es bei den Rentnern, die ja begnadetes Wahlvieh sind (und die Wahlen stehen noch bevor) und somit ggfs. von der Erhöhung wieder zurückgestuft werden oder bei der eGK, wo die korrigierten Zahlen für die Einführung und das Betreiben in mehrere hundert Millionen Euro sich derzeit befinden.
    Was ich mich frage – wieso, wenn alles vereinheitlicht wird, werden die ganzen Krankenkassen nicht zu einer einzigen zusammengestaucht? Somit würden ca. 500 Wasserköpfe, die aus dem Fond bezahlt werden müssen (Manager, Leiter usw.) eliminiert werden und das „freigewordene“ Geld könnte für die wirklich wichtigen Sachen eingesetzt werden. Ich mag mir nicht ausmalen, was die ganzen 501 (oder mehr) Krakenkassenvorstände alles an Geld vernichten durch ihre bloße unberechtigte Existenz.
    Ich sage es ja bei mir schon (zwar in anderen Themenbereichen) schon einige Zeit – es geht abwärts. Der Pöbel (Nichtpolitiker und Nicht-Vorstand) hat immer weniger Geld in der Tasche. Ihm wird das Ganze durch Geldvampire ausgesaugt. Und es wird der Tag kommen, wo alle Überwachungstechniken eingesetzt werden müssen, damit der Pöbel sich nicht zusammenrottet und auf die Straße geht – oder wie 1789 in Frankreich die Guillotine die Köpfe von der herrschenden Ordnung hat rollen lassen.

  2. Es werden demnächst KKs eingespart und zwar all die die weniger als 1 Mio Kunden haben, daher werden sich in naher Zukunft einige Kassen zusammenschließen und dadurch dann zumindest ein paar Wasserköpfe eingespart werden. Zum „Glück sind bei mir nur 1,3% Mehrkosten an KK-Beiträgen bzw. durch die Arbeitslosenversicherung sogar nur 0,8% *freu*.

  3. Wobei zu beachten wäre, dass auch wenn sich KKs zusammenschließen und fusionieren, es beim Großteil so sein wird, wie überall in der Wirtschaft: Die Wasserköpfe bilden einen großen Wasserkopf. Wo kämen die denn hin, wenn die Manager und Vorsitzenden wegrationalisiert werden würden. Ich verweise hier mal einfach auf wirtschaftliche Fusionen der letzten Monate und Jahre. Dort wurde nicht am Wasserkopf gespart, sondern an den Mitarbeitern im unteren Bereich – sprich Service!!!
    Das mit den 0,8% würde ich nochmal genauer durchrechnen – es verändert sich nicht additativ sondern anteilsmäßig. Wenn ich Pispers richtig verstanden habe, dann sollten ca. 1,09% Mehrkosten resultieren … wie er sagt, das ist höhere Mathematik und bevor er das alles erklärt hat, wie es genau funktioniert, dann ist die nächste Bundestagswahl anstehend.

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