Aus alt mach neu

Nach nunmehr sechs Jahren beinahe pausenlosen Einsatzes hat mein alter Server sein Rentenalter erreicht. Zeit für mich, nach einem Ersatz Umschau zu halten. Bereits Ende letzten Jahres fiel meine Entscheidung auf einen HP ProLiant MicroServer. Ich war mir nur nicht sicher, wie es mit der Hardware-Unterstützung durch FreeBSD aussah (speziell die Broadcom-Netzwerkkarte). Die Zweifel haben sich jedoch in Luft aufgelöst und so konnte ich zuschlagen. Ich habe dem Rechner noch zusätzlichen Speicher gegönnt, werde jedoch demnächst nochmal aufrüsten müssen, so ein Apache Tomcat verschlingt ja Speicher ohne Ende… 🙂 Zudem habe zwei dicke Festplatten verbaut; ich bin aufgrund der schlechten Presse und der verdammten Schwebung im alten Server von Seagate zur Green-Serie von Western Digital gewechselt. Mal sehen, wie die sich so im täglichen Gebrauch machen…
Mittlerweile ist auch alle notwendige Software installiert und ich habe mir geschworen, regelmäßig alle Pakete zu aktualisieren. Das habe ich auf der alten Kiste ja sträflich vernachlässigt. 🙂

Was mir gefällt
Der Stromverbrauch dürfte sich aufgrund des verbauten 150-Watt-Netzteils in Grenzen halten. Kein Vergleich zu dem Zeug, was man heute sonst kaufen kann, da gibt’s ja kaum noch was unter 400 Watt (Atomkraftwerk, anyone?).

Der Server ist cold-plug-fähig, d.h. bis zu vier Festplatten werden jeweils in einen Rahmen eingeschraubt, der dann einfach eingeschoben wird. Damit entfällt auch das Kabelgewirr.
Der Rechner ist unglaublich leise, da bis auf den Gehäuselüfter keine Lüfter im Gehäuse verbaut sind. Vielmehr ist der Prozessor (Athlon Neo N36L) passiv gekühlt.

Die meisten Arbeiten gehen ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen vonstatten: Festplatteneinbau (wie erwähnt), Speicherwechsel, … Und sollte dennoch einmal irgendwo eine Schraube gelöst werden müssen, dann ist das dafür notwendige Werkzeug an der Türinnenseite befestigt.

Was mir nicht gefällt
Da das Gehäuse des Servers wirklich kompakt ist, gibt es starke Einschränkungen bei der Erweiterbarkeit. So muß man darauf achten, daß nur PCI-Expresskarten mit Low Profile (halbe Länge, halbe Höhe) hineinpassen. Das hat bei mir bspw. dazu geführt, daß der Sound extern in Form einer USB-Soundkarte erzeugt wird.

Und der alte?
Der alte Server ist mit seiner Ablösung der letzte Rechner, den ich selbst zusammengeschraubt habe. Als Gehäuse kam ein Arctic Cooling mit verändertem Design zum Einsatz, das aufgrund seiner gummigelagerten Lüfter praktisch nicht hörbar war. Diese Gummilagerungen sind allerdings auch ein Problem: Nach fünf Jahren sind die ersten porös geworden und die betroffenen Lüfter aus ihren Halterungen gefallen. So geschehen mit einem der Lüfter vor einem Jahr und mit einem weiteren vor einigen Wochen, als ich den Rechner nur mal angehoben habe.
Die Seagate-Festplatten haben an sich über die Jahre ihren Dienst versehen, jedoch sind bei einer zum Schluß hin und wieder I/O-Probleme aufgetaucht, die zu Serverabstürzen geführt haben.

Fazit
Wesentlicher Austauschgrund war zweifelsfrei die Hardware. Ich gebe auch dem neuen Server wohl nicht mehr als fünf Jahre. Aber ich denke, das ist ein akzeptabler Zeitraum, in dem ich hoffe, daß mir der kleine neue gute und vor allem stabile Dienste leisten wird.

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