Visual-Studio-Projekte auf Netzlaufwerken

Das Microsoft-Bashing geht weiter, heute: Visual Studio und der Umgang mit Projekten auf Netzlaufwerken. Wie ich schmerzhaft erfahren mußte, hat das VS nämlich mit solchen Projekten unter Umständen größere Probleme. So wird bereits beim Öffnen eines solchen Projektes eine Warnung angezeigt, daß die Quelle nicht vertrauenswürdig ist. In meinem Fall äußerte sich das Problem beim Versuch, auf einen Web Service zuzugreifen: Ich habe hierzu eine kleine Projektmappe erstellt, welches einen WCF-Dienst sowie einen Konsolen-Client für den Zugriff auf den Dienst enthält. Nun kann man nach dem Erstellen der Projektmappe dem Client über einen Rechtsklick auf „Verweise“ einen Diensteverweis hinzufügen. Über die automatische Erkennung wird auch der WCF-Dienst innerhalb der gleichen Projektmappe erkannt. Versucht man jedoch, auf Details des Dienstes zuzugreifen, erscheint eine Fehlermeldung mit „Interner Serverfehler (500)“. Und nichts weiter… Erzeugt man hingegen ein gleichartiges Projekt, welches auf einem lokalen Laufwerk liegt, so gibt es bei der Dienstauflösung keinerlei Probleme.

Ursache sind wohl die Sicherheitseinstellungen des .NET-Frameworks für ausgeführten Code. Meine Recherchen ergaben zwei mögliche Lösungsvarianten: Zum einen eine Änderung an der lokalen Intranetzone, zum anderen das Sicherheitsrichtlinientool für den Codezugriff (kurz caspol).

Nun denn, erster Versuch mit caspol. Mit dem Befehl

caspol -m -ag 1 -url "file:////\\server\share\*" FullTrust -exclusive on

kann man die Freigabe share auf dem Rechner server zu den vertrauenswürdigen Quellen hinzufügen. Das Ergebnis: Es hilft nicht, das Problem besteht weiterhin.

Also der zweite Versuch über die lokale Intranetzone. Hierzu öffnet man die Internetoptionen, navigiert zum Reiter „Sicherheit“ und wählt dort das Symbol „Lokales Intranet“ aus. Ein Klick auf den Button „Sites“ öffnet dann einen Dialog, in dem man auf den Button „Erweitert“ klickt. Im daraufhin erscheinenden Dialogfenster gibt man den Pfad zur Netzfreigabe in URL-Form an, also bspw. file://E:, falls die Freigabe auf das Laufwerk E: abgebildet wurde. Die korrekte Auflösung sollte dann in der Liste darunter erscheinen. Das Ergebnis: Hilft auch nicht weiter.

Ich bin nun also gezwungen, meine Projekte auf einem lokalen Laufwerk innerhalb einer VM abzulegen, anstatt sie über eine Freigabe direkt dahin zu speichern, wo ich auch von außerhalb der VM zugreifen kann. Stattdessen darf ich mir nun eine Strategie überlegen, wie ich diese Informationen aus der VM herausbekomme, ohne mich ständig selbst darum kümmern zu müssen. Das wird wohl auf irgendetwas halbwegs Automatisches mit robocopy hinauslaufen…

SSMSE bei vorhandenem SQL Server 2008 installieren

Heute habe ich vergeblich versucht, das Microsoft SQL Server 2008 Management Studio Express (kurz SSMSE) auf einem Windows-7-Entwicklungsrechner mit Visual Studio 2010 und SQL Server 2008 Express zu installieren.
Startet man die Installation des Management Studios, so kann man zunächst die Warnung ignorieren, die ggf. auftritt. Kurz darauf taucht das SQL Server-Installationscenter auf. Dort wählt man unter „Installation“ den Punkt „Neue eigenständige SQL Server-Installation oder Hinzufügen von Features zu einer vorhandenen Installation“. Die Logik gebietet nun, daß man bei vorhandenem SQL Server den Installationstypen „Features zu einer vorhandenen SQL Server 2008-Instanz hinzufügen“ auswählt. Allerdings wird man in der Folge keinerlei Hinweise auf das SSMSE finden: Es wird nirgendwo angezeigt, es kann nicht ausgewählt oder gar installiert werden.
Der Trick ist nun folgender: Beim Installationstyp muß „Neuinstallation von SQL Server 2008 ausführen“ ausgewählt werden. Nur so taucht das SSMSE auf und kann installiert werden. Nach einem Klick auf „Weiter“ wird der bereits vorausgewählte Punkt „Eine freie Edition angeben“ mit der Einstellung „Express with Advanced Services“ angezeigt. Nach dem Akzeptieren der Lizenzbestimmungen kann man im darauffolgenden Dialog in der Featureliste „Verwaltungstools – Einfach“ auswählen und die Installation nach mehrmaligem Klick auf „Weiter“ starten.
Nach erfolgreicher Installation taucht dann auch die zugehörige Verknüpfung „Microsoft SQL Server 2008/SQL Server Management Studio“ im Startmenü auf.

Fazit: Ich habe noch nie in meinem Leben eine derart strubbelige und wenig intuitive Art der Installation gesehen…